Objekt des Monats August 2017

Mäkelborger Döschflägel

Foto: Mario Niemann

Der Dreschflegel, ein etwa 1,20 m langer Stiel, an dem ein Schlagholz beweglich befestigt war, diente den Bauern und Landarbeitern noch bis in das 20. Jahrhundert hinein zum Ausdreschen des im Sommer geernteten Getreides. Die Drescher schlugen mit dem Dreschflegel solange auf die in der Scheune bereit gelegten Getreidebündel, bis alle Körner herausgefallen waren. Das Korn wurde dann vom Stroh und der Spreu getrennt und konnte anschließend in einer Mühle zu Mehl gemahlen und damit für die Ernährung nutzbar gemacht werden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Dreschflegel allmählich durch die Dreschmaschine, ab den fünfziger Jahren dann durch den Mähdrescher ersetzt. Damit gehörte die schwere Arbeit des manuellen Dreschens der Vergangenheit an. An sie erinnert auch heute noch die Redensart „hei ät as ’n Schünendöscher“, wenn jemand mit großem Appetit oder sehr viel ißt.

(Text: Prof. Dr. Mario Niemann)