Rüdiger von der Goltz und Finnland nach 1918

Generalmajor Graf Rüdiger von der Goltz

Ziel des Forschungsprojektes von Dörte Putensen, gefördert von der Aue-Stiftung Helsinki, ist die Edition von Briefen, Vorträgen und Artikeln von Rüdiger von der Goltz, in denen seine engen Beziehungen zu Finnland nach 1918 erkennbar werden. Diese Dokumente werden damit erstmals für die weitere Forschung zugänglich gemacht.

Generalmajor Rüdiger von der Goltz (1865-1946) war in Folge eines finnischen Hilfeersuchens an die deutsche militärische Führung im April 1918 mit der Ostsee-Division in Finnland gelandet. Dort kämpfte er gemeinsam mit den von dem finnischen General Carl Gustav Mannerheim befehligten Truppen erfolgreich gegen die Roten Garden im finnischen Bürgerkrieg. Danach war von der Goltz bis zum Dezember 1918 als „Deutscher General in Finnland“ geblieben und hatte beim Aufbau der finnischen Armee nach deutschem Muster geholfen. Obwohl Rüdiger von der Goltz‘ Einsatz in Finnland nur einen Zeitraum von 10 Monaten umfasste, prägte er dessen militärische Karriere maßgeblich, war er doch verbunden mit militärischem Erfolg, gesellschaftlicher Würdigung und zahlreichen Kontakten zu führenden finnischen Militärs und Politikern, wie zum Beispiel zu Pehr Evind Svinhufvud und Juho Kusti Paasikivi.

Von der Goltz‘ 1918 geknüpfte Kontakte und Freundschaften hielten größtenteils über viele Jahre an. Solche Kontinuitäten prägten vor allem seine Verbindung zum späteren Ministerpräsidenten und Staatspräsidenten Finnlands, J.K.Paasikivi. Der intensive Briefwechsel zwischen beiden Akteuren bis in die 1940er Jahre hinein steht im Mittelpunkt des Projektes, das sich in die weitere Erforschung der deutsch-finnischen Beziehungen einordnet.