Apokalypse

Objektbeschreibung

Originaltitel:   Apokalypse mit Kommentar (sog. „Douce-Apokalypse“)

Original:           Handschrift (Beschreibstoff: Pergament)

Sprache:           Latein, Altfranzösisch, Englisch (Begleittext, vermutlich von William Wilson aus dem Jahr 1795)

Entstehung:     vermutlich um 1270 in London

Ausgestellt:     Faksimile

copyright: Hanna Wichmann

Die sogenannte „Douce-Apokalypse“ zählt zu den herausragendsten Werken der hochgotischen Buchmalerei des 13. Jahrhunderts. Wahrscheinlich zwischen 1270 und 1274 im Auftrag des späteren englischen Königs Eduard I. und seiner Gemahlin Eleonore von Kastilien an der Hofschule von Westminster entstanden, vereint sie den Text der Offenbarung des Johannes mit 97 prachtvollen halbseitigen Miniaturen in Gold, Silber und leuchtenden Farben. Die Bilder sind dabei nicht nur bloße Illustration, sondern das eigentliche Herzstück des Codex: ein Bilderzyklus von außergewöhnlicher erzählerischer und künstlerischer Qualität, der die apokalyptischen Visionen des Johannes in lebendige, räumlich durchkomponierte Szenen übersetzt. Die vorliegende Doppelseite ist nur halbseitig koloriert, die unvollendeten Federzeichnungen (hier auf Seite 59 zu sehen) wurden vom Buchmaler nicht mehr ausgeführt. Die kolorierte Seite zeigt die Lese der Trauben des Zorns durch die Engel, wie sie in den Offenbarungen des Johannes berichtet werden. Heute wird die Originalhandschrift in der Bodleian Library in Oxford aufbewahrt, wohin sie 1834 aus dem Nachlass des Sammlers Francis Douce gelangte. 

Digitalisat