Druckbogen
Originaltitel: Dissertatio de Moneta Ubio-Agrippinensis
(„Dissertation über das Münzwesen der Stadt Köln“)
Autor: Johann Michael Heineccius (1674–1722)
Sprache: Deutsch, Latein
Entstehung: Halle oder Frankfurt/Leipzig, ca. 1709–1719
Ausgestellt: Originaler Druckbogen, unvollständig (ohne Titelblatt)
Dieser Druckbogen überliefert Teile einer gelehrten Dissertation über die Münzgeschichte Kölns, hier benannt nach der antiken römischen Bezeichnung für Köln (Colonia Claudia Ara Agrippinensium). Verfasser ist Johann Michael Heineccius, protestantischer Theologe und Pionier der wissenschaftlichen Siegel- und Urkundenkunde, der in Halle und Frankfurt wirkte. Die Doktorarbeit verbindet Rechtsgeschichte, Numismatik und historische Quellenkritik: Mit Bezug auf Handschriften, Münzbilder und Autoren wie Mabillon untersucht Heineccius das kaiserliche Münzprägerecht in Köln von der Römerzeit bis ins Mittelalter. Der Druckbogen zeigt eindrücklich die typische Erscheinungsform frühneuzeitlicher Gelehrtenliteratur: lateinisch-deutschen Mischsatz in Fraktur und Antiqua, eingestochene Münzabbildungen als Quellenmaterial sowie eine dichte Paragraphenstruktur für die akademische Disputation. Als ungebundener Bogen dokumentiert er zugleich eine wichtige Zwischenstufe des Buchdrucks (den Bogen vor dem Binden) und veranschaulicht, wie Druckwerke des frühen 18. Jahrhunderts produziert, distribuiert und benutzt wurden.

