Les Chroniques de Jérusalem abgrégées
Objektbeschreibung
Originaltitel: Les Chroniques de Jérusalem abrégées
(„Stammbaum der Könige von Jerusalem“)
Original: Handschrift (Beschreibstoff: Pergament)
Auftraggeber: Philipp der Gute (1396–1467),
Herzog von Burgund
Künstler/Schule: Meister des Girard de Roussillon,
David Aubert
Sprache: Französisch
Entstehung: um 1450, Burgund (Frankreich)
Ausgestellt: Faksimile
Die Chroniques de Jérusalem abrégées liegen hier in einer reich illustrierten Handschrift des 15. Jahrhunderts vor. Erzählt wird die Geschichte der Kreuzzüge und des Königreichs Jerusalem. Text und Bildprogramm schildern die Ereignisse vom ersten Kreuzzug und der Eroberung Jerusalems 1099 bis zur Rückeroberung durch Sultan Saladin.
Auffällig sind das ungewöhnliche Querformat, die kunstvollen Initialen sowie die detailreichen, farbigen Darstellungen, die die dargestellten Ereignisse anschaulich und lebendig machen. Auf den großen Seiten erstrecken sich weite Landschaften mit dramatischen, vielfigurigen Szenen, die subtil mit kostbaren goldenen Details geschmückt sind. Auftraggeber dieser prachtvollen Handschrift war Herzog Philipp der Gute von Burgund (1396–1467). Der Meister des Girard de Roussillon schuf um 1450 zusammen mit einem Schreiber aus dem Umkreis von David Aubert am burgundischen Hof ein wahres Meisterwerk der flämischen Buchmalerei des 15. Jahrhunderts.
Im Kontext unserer Ausstellung demonstriert die Chronik die Techniken der mittelalterlichen Buchherstellung – vom Schreiben mit der Hand bis zur kunstvollen Verzierung der Seiten. Sie zeigt, wie eng Schrift, Illustration und Buchbindung zusammenwirkten, um ein wertvolles Gesamtwerk zu schaffen. Hierdurch kommt zum Ausdruck, welche Bedeutung Bücher als kostbare und aufwendig gefertigte Objekte im Mittelalter hatten.

