Miniatur-Druckmaschine zum Drucken von Titelschildern
Tischdruckpresse mit integriertem Setzkasten
Objektbeschreibung
Entstehung: Mitte des 19. Jahrhunderts
Material: Nussbaum, Eisen, Bronze (Handhaben der Presse),
Leder sowie Blei-Antimon-Zinn-Legierung (Lettern)
Ausgestellt: Original
Ausgestellt ist eine zweiteilige Tischdruckpresse, die das vollständige Handwerkszeug eines Druckers in kompakter Form darstellt. Oben befindet sich die Presse, eine klassische Schraubenpresse (Spindelpresse) aus Nussbaum mit bronzenen Kugel-Handhaben und einem eisernen Schraubgewinde, das den Druck erzeugt. Unter der Presse ist ein beweglicher Rahmen angeordnet, in den die Lettern gesetzt und mit zwei Schrauben in der Form festgestellt werden.
Unter dieser Druckeinheit befindet sich ein aus zwei Schubladen bestehender Setzkasten, in dem die einzelnen Blei-Lettern (Typen), also der bewegliche Schriftsatz aufbewahrt wurde. Dieser bestand wie bei den großen Vorbildern aus Groß- und Kleinbuchstaben, Satzzeichen sowie dem sogenannten Ausschluss, also nicht druckendem Abstandsmaterial.
Welchem Zwecke diese Minitatur-Druckerpresse diente, ist bislang nicht ganz klar. Entweder diente sie Ausbildungszwecken, etwa in einer Schule, oder sie wurde für den Druck kleiner Druckerzeugnisse, etwa Visitenkarten, verwendet. Möglich ist auch, dass sie in einer Buchbinderwerkstatt zum Druck der Titelschilder der Einbände diente. Direkte Vergleichsbeispiele konnten bislang nicht gefunden werden.

