"Falkenbuch"
von Friedrich II. von Hohenstaufen
Objektbeschreibung
Originaltitel: De arte venandi cum avibus
(„Von der Kunst, mit Vögeln zu jagen")
Original: Handschrift (Beschreibstoff: Pergament)
Sprache: Latein
Entstehung: ca. 1258–1266, Süditalien (sog. Manfred-Handschrift)
Ausgestellt: Faksimile
De arte venandi cum avibus ist ein Lehrbuch über die Beizjagd und Vogelkunde, das zwischen 1241 und 1248 von Kaiser Friedrich II. in lateinischer Sprache verfasst und von seinem Sohn Manfred mit Anmerkungen versehen wurde. Das Werk enthält neben einer Einführung in die allgemeine Vogelkunde auch Anleitungen zur Aufzucht, Dressur und Verwendung der Jagdfalken. Friedrichs eigenes Exemplar ist nicht mehr erhalten, da es während der Belagerung von Parma 1248 verloren ging. Überliefert ist uns jedoch die nach seinem Vorbild angefertigte Abschrift seines Sohnes Manfred, des späteren Königs von Sizilien.
Die hier gezeigte Doppelseite illustriert eindrucksvoll den ornithologischen Kern des Werkes: Zahlreiche Vögel – darunter Kraniche, Reiher, Enten und weitere Wasservögel – sind in lebhaften, naturnahen Szenen am und im Wasser dargestellt, begleitet vom lateinischen Text mit farbigen Initialen in Rot und Blau. Die bestechende Akkuratesse der Illustrationen wird durch ihre narrative Qualität und eine fein nuancierte Farbgebung ergänzt. Das Falkenbuch blieb bis weit in die Neuzeit das Standardwerk über die Beizjagd und steht damit für eine im Mittelalter einzigartige Verbindung von höfischer Praxis und empirischer Naturbeobachtung.

