Nachruf Prof. Dr. Gerhard Heitz (1925-2021)

Prof. Dr. Gerhard Heitz (1925-2021)

Am 10. September 2021 starb in Bad Doberan nach längerer, schwerer Krankheit im 97. Lebensjahr der Nestor der mecklenburgischen Landesgeschichtsforschung, der national wie international anerkannte Agrarhistoriker Prof. Dr. phil. habil. Dr. h.c. Gerhard Heitz. Mehr als drei Jahrzehnte, von 1959 bis zu seiner Emeritierung 1990, wirkte er an der Universität Rostock als Hochschullehrer. Auch als Emeritus blieb er danach nochmals für weitere drei Jahrzehnte der Universität wissenschaftlich und persönlich bis fast an sein Lebensende eng verbunden, nahm an den Feierlichkeiten und wissenschaftlichen Veranstaltungen zum Doppeljubiläum von Stadt und Universität 2018 und 2019 rege Anteil.

Geboren am 28. März 1925 in Burg bei Magdeburg, nahm Gerhard Heitz, seit 1943 als Soldat im Zweiten Weltkrieg, 1946 sein Studium an den Universitäten Leipzig und Berlin auf. Seine akademischen Lehrer, besonders Heinrich Sproemberg und Jürgen Kuczynski, lenkten seine Interessen frühzeitig auf das Gebiet der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, seit seiner Habilitation in Leipzig insbesondere auf die mecklenburgische Agrargeschichte der frühen Neuzeit. Seit 1959 bis zu seiner Emeritierung 1990 wirkte er dann als Hochschullehrer am Historischen Institut bzw. der Sektion Geschichte der Universität Rostock. Außer seiner langjährigen Tätigkeit als Instituts- bzw. Sektionsdirektor nahm er mehrfach die Funktion als Prorektor und kurzzeitig als Stellvertreter des Staatssekretärs wahr. Neben der jahrzehntelangen Ausbildung insbesondere von Geschichtslehrern, aber auch Land- und Betriebswirten scharte er eine große Zahl von Doktoranden um sich, für die er mit eigenen, quellenbasierten Forschungen schulebildend wurde und Rostock zu einem Zentrum der agrargeschichtlichen Forschung in der DDR machte. Ergebnisse präsentierte er u.a. auf Weltkongressen der Historiker bzw. Wirtschaftshistoriker. Verdienst erwarb sich Gerhard Heitz ebenfalls um die Rostocker Stadt- und Universitätsgeschichte, für deren Jubiläen in den Jahren 1968 und 1969 er die wissenschaftliche Verantwortung trug. Seit dem Vorabend des Mecklenburg-Jubiläums 1995 wandte er sich zunehmend der Landesgeschichte generell zu, die ihn bis fast an sein Lebensende beschäftigte.

Gerhard Heitz erfuhr mehrfach Ehrungen für seine wissenschaftliche Tätigkeit. Die Universität Debrecen (Ungarn) verlieh ihm 1990 die Ehrendoktorwürde.

(Text: Prof. Dr. Ernst Münch)